Kachelöfen

Viele kennen ihn, manche lieben ihn und nur ganz wenige haben ihn: Einen Kachelofen. Der Kachelofen ist an sich schon ein mächtiges Bauwerk. Der Ofen selbst kann schnell über eine Tonne wiegen und er wird grundsätzlich gemauert. Er besteht heutzutage aus einem Brennraum, der komplett mit Schamottesteinen ausgekleidet ist. Außenherum befinden sich dann kunstvoll verzierte oder bemalte Ofenkacheln. Das Besondere an einem Kachelofen ist gegenüber anderen Öfen, dass ein Kachelofen die Wärme ziemlich lange speichern kann. Wenn ein Kachelofen regelmäßig betrieben wird, kann je nach Größe und Lage in den Räumlichkeiten eine Wohnung von 100m² allein durch den Ofen beheizt werden. Und das allein dadurch, dass dieser ausschließlich in den Abendstunden angeheizt wird.

Die ersten Öfen, die in etwa in die Definition eines Kachelofens fallen, sind bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt. Seitdem wurden sie kontinuierlich weiterentwickelt und mittlerweile gibt es zahlreiche Formen von Kachelöfen. Doch sie haben meist die gleichen Eigenschaften und Grundbedingungen für den Betrieb: Sie bestehen aus einer Brennkammer, einem Speichermedium und mehreren Luftzügen, die dafür sorgen, dass die heiße Luft länger im Ofen verweilt und eine größere Oberfläche mit Wärme versorgt.

Wenn es sich beispielsweise um einen sogenannten Grundofen handelt, ist dieser in der Regel ohne ein Ofenrost und es kann nur Holz als Brennstoff verwendet werden. Neuere Kachelöfen können sogar mit Kohle befeuert werden.

Oft haben Kachelöfen integrierte steinerne Sitzbänke an der Stelle, wo der letzte Zug in den Schornstein übergeht. Hier kann man es sich richtig schön gemütlich machen. Außerdem verfügen viele Kachelöfen auch über Fächer, in den beispielsweise Körnerkissen aufgewärmt werden können. Zusätzlich gibt es auch Modelle, wo mit der heißen Luft gebacken werden kann. In den 1950er und 1960er Jahren war es auch nicht ungewöhnlich, dass der Ofen als Warmluftzentralheizung für Mehrfamilienhäuser diente. Diese Herangehensweise ist aber mittlerweile als verdrängt zu betrachten.

Bei all der wohligen Wärme, die so ein Kachelofen spendet, geht aber auch eine gewisse Gefahr von ihm aus, die etwas größer ist als bei anderen Ofenbauarten. Das liegt bereits in seiner besonderen Befeuerung: Ein Kachelofen muss wegen der Holzverbrennung durchgehend mit Luft versorgt werden, bis das Holz so weit heruntergebrannt ist, dass es keine Flammen mehr gibt. Sonst kann es zu unvollständiger Verbrennung und damit zur Bildung von gefährlichem Kohlenmonoxid kommen. Ein weiteres Problem: Kachelöfen brauchen extrem viel Luft. Betreibt man beispielsweise gleichzeitig eine Dunstabzugshaube, ohne angemessen zu lüften, kann es zu einem Zusammenbruch des Kamineffekts kommen. Dann tritt der Rauch in die Wohnung ein und verschmutzt schnell alle Räumlichkeiten. Wenn man dann nicht schnell handelt, kann man als Bewohner direkt eine Reinigungsfirma beauftragen, die den Schmutz und die üblen – und gefährlichen – Gerüche beseitigt.