Wenn die Freundin Geburtstag hat

Heute mal was in eigener Sache. Ihr könnt es bei dem Titel sicher schon erahnen: Meine Freundin hatte letztens Geburtstag. Und für viele Menschen – wie für meine Freundin – ist der Geburtstag halt etwas besonderes.

Neugierig wie ich bin, habe ich mich erstmal mit dem Geburtstag an sich und seiner Herkunft befasst. Während es ja allgemein anerkannt ist, dass das vorherige Gratulieren Pech bringt, ist es in manchen Teilen Österreichs üblich, schon vor dem eigentlichen Geburtstag zu gratulieren. An anderen Orten ist es sogar üblich, dass das Geburtstagskind nicht beschenkt wird, sondern selber Geschenke verteilt. Wäre eigentlich ein toller Vorschlag, den ich meiner Freundin machen müsste. Da würde ich gern ihr Gesicht sehen – oder mir vermutlich eine neue Freundin suchen.

Der Geburtstag hat übrigens eine hochadelige Tradition. Früher hat man in Ägypten nämlich auch schon Geburtstag gefeiert. Aber nicht etwa den Geburtstag eines jeden Bürgers, sondern man feierte den Geburtstag des Pharaos. Und um die Götter gnädig zu stimmen, wurden an diesem Tag Opfer dargebracht. So ähnlich fühlt sich das Beschenken meiner Freundin auch an.

Im Westen kennt man den Geburtstag übrigens erst seit dem vierten Jahrhundert nach Christus. Ist auch kein Wunder, denn die Menschen in der dunklen Zeit vor dem Mittelalter in Europa wussten wahrscheinlich nichteinmal, welcher Wochentag gerade war.

Eine spezielle Herausforderung für mich: Meine Freundin ist 30 geworden! In Worten: DREIßIG. Oder wenn man sie fragt: 29a. Ich hatte also gleich mehrere Probleme: Es sollte etwas ganz Besonderes für meine Liebe werden und zusätzlich wollte ich ihren runden Geburtstag berücksichtigen, ohne eben zu erwähnen, dass sie 30 ist. Ein heikles Thema. Also bin ich im Internet auf die Suche gegangen, wo auch sonst? Und bin sehr schnell bei einer Seite namens geburu fündig geworden.

Die scheinen wirklich Spezialisten für den Geburtstag zu sein. Ich kann das bestätigen, denn ich hab die Seite ordentlich durchforstet. Aber der Reihe nach:
Man findet dort beispielsweise massenhaft Bilder zum Geburtstag. Alle sind jeweils mit einem netten oder lustigen Spruch versehen. Das ist schonmal sehr gut. Also hab ich mir sogleich ein Bild ausgesucht.

Und weiter: Den jeweiligen bedeutenden Geburtstagen – wie 18, 30 usw – sind die zugehörigen Gebräuche und Vorschläge für eine angemessene Party zugeordnet. Außerdem wurde ich dort mit wirklich sehr charmanten Sprüchen fündig. Besonders gut hat mir der gefallen:
„Du bist keine 30, sondern 29 mit Sternchen“. Das würde meiner Süßen sicher sehr gut gefallen.

Und auch den richtigen Brauch habe ich dort direkt gefunden. Wusste ich bis dato gar nicht: Unverheiratete Frauen müssen Türklinken putzen. Geburu schlägt vor, dass die Türklinken an einem Brett angebracht, präpariert und dann zu einem öffentlichen Platz gebracht werden, wo das Geburtstagskind unter viel Beifall und/oder Gelächter tätig werden darf. Sie muss diese äußerst schwierige Aufgabe entweder zu Ende bringen – wenn man sie den lässt. Oft ist es nämlich Brauch, die Türklinke(n) nachträglich mit Creme oder ähnlichem einzuschmieren, während das Geburtstagskind noch beschäftigt ist. Erlösung kann sie alternativ finden, indem sie sich von einem vorbeikommenden Junggesellen freiküssen lässt.

Während ich drüber nachdachte, merkte ich wie fies das ist. Ich nahm deshalb Kontakt zu der besten Freundin meiner Liebsten auf und fragte sie nach Rat. Sie erwiderte, dass sie mal lieber die Planung übernehmen würde.

Ich habe mich dann lieber noch mit einer anderen wichtigen Frage befasst: Was schenke ich ihr eigentlich? Es sollte schließlich was Besonderes zu ihrem 29. mit Sternchen werden. Auch dafür hatte geburu eine Antwort. Denn dort werden auch zahlreiche Geschenkideen vorgeschlagen. Besonders der Komplimente-Kalender hatte es mir angetan. Gerade bei unserer Beziehung eine gute Idee. Schließlich möchte ich sie ja länger bei mir behalten. Also habe ich einen solchen Kalender für ihren Geburtstag vorbereitet. Gemeinsam mit dem tollen Spruch habe ich sie wirklich begeistern können.
Und das vermutlich größte Glück für sie: Sie musste nicht Klinken putzen, stattdessen hat ihre beste Freundin einen Mädelsabend vorbereitet.